Mit unterschiedlichem Kontrast den Effekt vom Bild variieren

größter Kontrast der Komplementärfarben gelb blau - Christine Rödel
größter Kontrast der Komplementärfarben gelb blau - Christine Rödel
Tonwertkontrast, Farbkontrast oder Simultankontrast beeinflussen die Wirkung vom Bild. Das menschliche Auge unterliegt der Illusion und lässt sich täuschen.

Von Kontrast spricht man, sobald zwei unterschiedliche Farben oder Farbtöne sich nebeneinander befinden. Mit dem Kontrast wird maßgeblich die Gesamtwirkung des Bildes, sein Ausdruck, beeinflusst. Kontrast kann von weich bis hart variieren.

Arten von Kontrast

Es gibt verschiedene Arten von Kontrast. Hierunter fallen der Tonwertkontrast, der Farbkonrast, Kontraste zwischen den Farbskalen, zwischen den Komplementärfarben und den Simultankontrast. Von Tonwertkontrast spricht man bei der Beurteilung der Tonwerte von Schwarz-Weiß-Bildern. Hierunter zählen alle Arten von monochromen Darstellungen, wie Bleistiftzeichnung, Kohlearbeiten, Rötelzeichnungen, Arbeiten mit Chinatusche und so weiter. In diesen Arbeiten spielt auch der Simultankontrast eine wesentliche Rolle. Seiner Gesetzmäßigkeit zufolge, kann das Volumen eines Objektes reduziert oder hervorgehoben werden. Hierfür werden das Licht oder der Schatten gemildert oder verstärkt. Der Simultankontrast variiert aus dem Zusammenspiel der Tonwerte des eigentlichen Objektes und dessen Umgebungsfarben.

Farbkontrast und Tonwertkontrast

Farbkontrast ist vorhanden, sobald sich unterschiedliche Farben nebeneinander befinden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob in dem Bild ausschließlich mit Grundfarben gearbeitet wurde oder auch der Effekt der Komplementärfarben genutzt wurde.

Wird ein Bild von verschiedenen Farbtönen einer Farbskala bestimmt, wie beispielsweise Hellblau, Mittelblau und Dunkelblau, spricht man ebenfalls von Tonwertkontrast.

Stehen jedoch Magenta, Gelb und Blau nebeneinander herrscht der Farbkontrast vor. Mit beiden Varianten der Darstellung von Kontrast können sowohl Gefühle hervorgerufen als auch Ideen ausgedrückt werden.

Komplementärkontrast ist der stärkste Kontrast

Komplementärfarben erzeugen den stärksten Kontrast, wenn sich die Primärfarben mit den Sekundärfarben arrangieren. Das sind die Konstellationen von Zyanblau und Rot, Magenta und Grün oder Gelb und Dunkelblau. Letztere bilden den stärksten Kontrast, so wie er häufig in den Bildern von Vincent van Gogh zu finden ist. In einem seiner Briefe an seinen Bruder berichtet er davon, dass, sobald Komplementärfarben unmittelbar nebeneinander stehen, es nur schwer zu ertragen sei. Nachfolgekünstler wie Matisse, Kandinsky, Derain usw. nutzten diesen Effekt bewusst, um damit Licht auszudrücken. Doch ihre forsche Malweise verschaffte ihnen den Ruf der Fauves, den Wilden.

Leonardo da Vinci erkannte die Wirkung vom Simultankontrast

Bereits Leonardo da Vinci erkannte die Wirkung der Umgebungsfarbe auf sein Objekt. Der Simultankontrast verdeutlicht mit verschiedenen Möglichkeiten, wie einfach sich das Auge in die Irre führen lässt.

Nachfolgendes Experiment zeigt das sehr deutlich. Liegt ein großes weißes Blatt neben einem gleichgroßen schwarzen Blatt, in dem sich ein kleiner Ausschnitt eines Quadrates befindet, das mit weißem Papier unterlegt ist, so wirkt das kleine weiße Quadrat, aufgrund der dunklen Umgebungsfarbe, weißer als das große weiße Blatt Papier. Als Gesetz formuliert heißt es, dass Weiß weißer wirkt, je dunkler der Ton seiner Umgebung ist, oder auch, jede Farbe kräftiger wirkt, je heller der Ton seiner Umgebung ist.

Kontrast der Komplementärfarben ist eine visuelle Illusion

Vom Komplementärkontrast ist die Rede, wenn zwei Komplementärfarben räumlich aneinander grenzen oder zeitversetzt wahrgenommenen werden.

Auch hier wird die Täuschbarkeit des Auges sehr deutlich. Schaut man beispielsweise eine zeitlang auf ein grünes Quadrat, so kann sich dieses mit der irregeführten Wahrnehmung in dessen Komplementärfarbe, Rot, färben. Der Farbphysiker Chévreul formulierte dieses Phänomen so, dass ein Farbstrich nicht nur die Leinwand exakt an der bemalten Stelle töne, sondern auch dessen Umgebung in den Farbton der Komplementärfarbe.

Zwei nebeneinander liegende Farben verstärken zudem gegenseitig ihren Ton und ihre Farbe. Bei Komplementärfarben wird hierbei der Maximalkontrast erzeugt.

Quelle: Das große Buch der Farben, J. M. Parramón, Edition Michael Fischer

Christine Rödel, Christine Rödel

Christine Rödel - Ich bin in Thüringen geboren und aufgewachsen. Mitte der achtziger Jahre genügte der sich immer mehr verengende Radius nicht ...

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